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Von Lars-Oliver
Christoph
Das war wie ein Sechser im Lotto: Nach
langjähriger Suche fand eine
wegen einer Kinderlähmung zu 100 Prozent schwerbehinderte Libanesin
endlich
eine Lehrstelle. Im Sommer 2007 trat die 25-Jährige (Name der Redaktion
bekannt) ihre Ausbildung als Bürokauffrau auf Hof Holz bzw. bei den
Gelsenkirchener Werkstätten an. Doch schon wenige Wochen später drohte
das
vorzeitige Aus, weil die in einer barrierefreien Wohnung lebende junge
Frau mit
ihrer Ausbildungsvergütung von 460 Euro nicht ihren Lebensunterhalt
bestreiten
konnte. Beim Integrationscenter für Arbeit suchte sie Hilfe. Doch was
ihr dort
von einem Mitarbeiter empfohlen habe, könne sie heute noch nicht
fassen. „Er
hat mir geraten, entweder die Ausbildung abzubrechen oder aus der
Wohnung
auszuziehen“, berichtete sie. |
Es habe auch in
einem
ähnlichen Fall schon einen Abbruch gegeben, habe der Mitarbeiter gesagt.
Hintergrund: Im
Normalfall habe Auszubildende keinen Anspruch auf Hartz IV bzw.
ergänzende
Leistungen. Und wenn Lehrlinge – wie im Fall der 25-Jährigen- keine
Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehen, kann das IAG sie laut Gesetz
nicht
unterstützen.
Durch die
Vermittlung
eines Bekannten der 25-Jährigen schaltete sich die Ratsfraktion Die
Linke/AUF
in den Fall ein. „Der Vorschlag des Integrationscenters ist absurd und
völlig
unverständlich“,
sagt Wilma
Mittelbach
(AUF), die Mitglied im Integrationsrat der Stadt ist. Absurd deshalb,
weil die
Libanesin beim Abbruch der Ausbildung wieder Hartz IV beziehen
müsste-„und
damit dem Steuerzahler mehr als das Doppelte kosten würde“.
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In einem Brief machte sie IAG-Geschäftsführer
Reiner Lipka auf den Fall.
aufmerksam und bat
ihn, der Sache nachzugehen.
Ergebnis: Das IAG
und
vor allem Reiner Lipka hätten es schließlich möglich gemacht, um der
Auszubildenden doch noch zu helfen, so Mittelbach. Für die 25-Jährige
konnte
schließlich formal ein Anspruch auf eine (geringe)
Berufsausbildungshilfe
durchgesetzt werden, so dass das IAG ihre Miete zu großen Teilen
übernehmen
konnte.
Er könne sich nicht vorstellen, dass ein
Mitarbeiter geraten habe, die
Lehre abzubrechen oder auszuziehen, sagte ein IAG-Abteilungsleiter auf
WAZ-Anfrage. Fakt sei: Das IAG habe der 25-Jährigen „alle mögliche
Unterstützung“ angeboten. Wegen der Umstände sei dies ein absoluter
Ausnahmefall. Und: Für das Handeln des Integrationscenters und den
Ausgang des
Falles habe es keine Rolle gespielt, dass Die Linke/AUF sich
eingeschaltet hat.
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