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| Datum | .................................................
| | 2008.01.31 | ... | Internet Presse TV | | ................................................. | | FAZ |
| | Thema/Rubrik | .................................................
| | Leserbrief |
| | Überschrift | .................................................
| Erschreckende Zustände in der Justiz |
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| Leserbrief |
Erschreckende
Zustände
in der Justiz | Zum Leitartikel "Entrückte Richter"
von Reinhard Müller in der F.A.Z. vom 9. Januar:
Ich
danke der F.A.Z. für diesen mutigen, sehr realistischen Leitartikel.
Als langjähriger Anwalt im Zivil- und im Strafrecht kann ich diese
erschreckenden Zustände in der deutschen Justiz mehr als nur
bestätigen. Leider ist eine Beschreibung dieser Sachverhalte oder gar
Kritik daran geradezu verpönt und wird als "politisch unkorrekte
Richter-Schelte" abgetan. Dabei habe ich in langen Jahren als
Verteidiger hauptsächlich in Verkehrsangelegenheiten haarsträubende
Sachen durch unsere Richter erlebt. Während man den Eindruck gewinnt,
ein Teil der Klientel, insbesondere Politiker und Beamte, genießen
Sonderrechte vor Gericht, wird bei Verkehrsangelegenheiten der "normale
Bürger" mit aller Härte bestraft und die Gesetze bis an die äußerste
Grenze angewendet. Ein Richter meinte zu einem Mandanten, der wegen
einer Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts von 50 Kilometer pro
Stunde angeklagt war, er wäre eigentlich ein "unakzeptables Mitglied
der Gesellschaft", da er solch einfache Regeln nicht akzeptieren würde.
Hier zeigt sich das Problem der richterlichen
Unabhängigkeit: Die
meisten unserer Richter - zumindest derjenigen, die ich
kenne - bringen die
notwendige Verantwortung, die eine solche Freiheit (Unabhängigkeit) mit
sich bringt, leider nicht mit. Ich kann nur hoffen, dass
endlich eine breite Diskussion über die Missstände in unserer dritten
Gewalt einsetzt, die den Gesetzgeber zu Änderungen zum Wohle
der Gesellschaft bewegt.
DR. JOACHIM MEHRINGER,
HEIDELBERG
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